waiting game

photography and mixed media collage: alina herzau / 2026, germany

Waiting Game dokumentiert ländliche Bushaltestellen, an denen auch im digitalen Zeitalter die Verbindung zum Netz eingeschränkt ist. Die Serie zeigt die Architektur und Gestaltung der Haltestellen sowie deren Kontext im ländlichen Raum. Darüber hinaus werden die Strukturen mithilfe digitaler Scans erfasst, um Materialien, Abnutzungsspuren, Tags und andere menschliche Eingriffe als Zeichen der Zeit sichtbar zu machen und in Mixed-Media-Collagen weiter zu bearbeiten.

Die Bilder entstehen mit einer älteren Canon-Digitalkamera – eine Kamera aus einer Zeit, in der ständige digitale Ablenkung noch nicht selbstverständlich war.

Der Titel Waiting Game verweist auf das paradoxe Verhältnis von Warten und Unterhaltung. Im digitalen Zeitalter wird Wartezeit meist durch schnell verfügbare Ablenkung überbrückt. Die Aufmerksamkeit richtet sich dabei weniger auf den Ort selbst als auf den Bildschirm.

Die hier dokumentierten Bushaltestellen verweisen auf eine andere Form der Zeitüberbrückung. Spuren von Nutzung, Eingriffen und Veränderungen – ob beiläufig, spielerisch, zerstörerisch oder gestalterisch – machen sichtbar, dass Wartezeit hier in direkter Auseinandersetzung mit der Umgebung verbracht wird. Warten wird zum Handeln am Ort.